Quan Lan, Vietnam: Zwangspause

“Haiyan” hat uns doch noch erwischt. Die ganze Nacht zum Montag hat es kräftig gestürmt. Schon gestern Abend war klar, dass wir nicht wie geplant frühmorgens loskommen. Am Morgen heißt es: Heute fährt gar kein Boot.

So machen wir am Montag Zwangspause auf der Insel und hoffen, dass der Bootsverkehr am Dienstag wieder aufgenommen wird. Im Laufe des Tages hat der Sturm stark nachgelassen, die Hoffnung scheint also berechtigt.

Wir haben eine unruhige Nacht hinter uns, sind wegen des Getöses draußen immer wieder wach geworden. Außerdem drückte der Wind den Regen durch die geschlossene Balkontür, so dass allmählich eine große Pfütze unter Helgas Bett entstand.

Als wir zum Frühstück runtergehen in die Lobby des Hotels, ist die Besitzerfamilie dabei, den Fußboden aufzuwischen. Hier ist noch wesentlich mehr Wasser reingekommen. Auch sonst im Ort sind die Menschen dabei aufzuräumen. Große Schäden scheinen allerdings nicht entstanden zu sein. Einige Bäume sind umgeknickt, ein paar Dachziegel sind heruntergekommen, Werbetafeln und das eine oder andere Vordach aus Wellblech liegen auf dem Boden.

Auch in anderen Teilen des Landes scheint es glimpflich abgegangen zu sein. Das TV zeigt ein paar Bilder mit einigen kaputten Schiffen, berichtet aber ausführlich von den Philippinen, wo der Sturm richtig gewütet hat.

Neben dem Zeitverlust durch höhere Gewalt, haben wir noch ein selbstverschuldetes Problemchen zu lösen. Wir Dussel haben nicht bedacht, dass es auf der Insel keinen Geldautomaten gibt. Für drei Tage hätte unser Bargeld gerade noch gereicht, für vier Tage Übernachtung und Verpflegung reicht es nicht. Zum Glück hat der Hotelbesitzer heute morgen gelassen auf unsere Nöte reagiert. “Don’t worry”, sagte er mit einem Lächeln.

5 Kommentare zu “Quan Lan, Vietnam: Zwangspause”

  1. Carl-Ronald Rasmussen sagt:

    Ich denke Mal von so etwas kann man bei deutschen Hotels nur träumen. Gruß Ronald

  2. Meike sagt:

    Na Hauptsache Euch gehts gut, hatte mir schon Sorgen gemacht, das ist ja alles ganz schrecklich….
    Verfolge immmer was Ihr so macht….Lg.Meike

  3. Meike sagt:

    Ach ja—Helga, hab jetzt ne Wohnung, was auch son Abenteuer für sich war….

  4. Eugen sagt:

    da bekommt der Refrain von Bob Dylan nochmals eine ganz andere Gewichtung: the answer my friend, is blowing in the wind….

  5. Thorsten sagt:

    …. Wir drücken Euch die Daumen, dass ihr von der Insel runter kommt und endlich eine Bank überfallen könnt. Lasst es Euch weiterhin gut gehen.

Schreibe einen Kommentar