Bangkok

Bangkok, ein riesiger Markt. Und damit meine ich nicht die supermodernen Shoppingcenter im modernen Teil der thailändischen Hauptstadt – die haben wir gemieden.

Sondern die Stände, die einem auf Schritt und Tritt begegnen, und seien die Gehsteige auch noch so eng. Mit Essbarem von Suppe bis grellbunten Süßigkeiten, von gegrilltem Fisch bis geräucherter Fledermaus (habe ich tatsächlich gesehen). In Chinatown verschärft sich das merkantile Chaos noch, alles so eng, dass kaum ein Durchkommen ist. So viel Nippes aus chinesisches Produktion! Da wirkt das europäische Bestreben nach “ethischem Konsum” schon fast rührend. Und während in Deutschland immer mehr Leute Bahn und Rad fahren, werden hier die letzten Fahrradrikschas abgeschafft. Ergebnis: Mit dem Boot auf dem Chao Praya River kommt man am schnellsten voran, auf den verstopften Straßen nur ganz langsam.

Wir haben unseren Vorsatz eingehalten, kein Tempelhopping zu betreiben. Wat Indraviham (Wat=Tempel) mit seiner 41 Meter hohen, goldenen Buddha-Statue liegt gleich um die Ecke bei unserem Gästehaus, sozusagen auf dem Weg ins Zentrum. Und natürlich haben wir uns Wat Phra Kaew angeschaut, die prächtigste Tempelanlage Thailands.
Ansonsten war es gut, gelassen das so extrem umtriebige Stadtleben auf uns wirken zu lassen, gegen das Hamburg fast schon Kleinstadtidylle ist.

Unser Quartier, das Phranakorn Nornen Guesthouse, hat sich als gute Wahl herausgestellt. Es ist ein wunderbarer Ruhepunkt mit exotisch leckerem und gesundem Frühstück und ungemein verspieltem Interieur.

Und wie sind die Thais? Es wäre vermessen, das nach zwei Tagen im Land beurteilen zu wollen. Und auch Leute, die seit Jahrzehnten hier leben, schreiben, dass sie nicht wirklich dahinter gekommen sind wie Thais ticken. Einfach ein paar erste Eindrücke: das Personal im Gästehaus superfreundlich und hilfsbereit; Leute, die einen scheinbar hilfsbereit auf der Straße ansprechen, wollen meist ein (krummes) Geschäft machen; die Bedienung im Straßenlokal stellt das Essen mit einem gleichgültigen Blick auf dem Tisch. Das scheint aber keine Verhaltensweise zu sein, die nur Touristen betrifft, sondern ist bei einheimischen Gästen gleichermaßen zu beobachten. Gestern allerdings als sich Helga im Straßenlokal den mit Abstand teuersten Fisch bestellt ht (superlecker), erlebte sie eine Lächeloffensive des Personals – wahrscheinlich hatte schon lange niemand mehr für 300 Baht geordert. Lautes Schimpfen, gar Aggressivität haben wir nicht erlebt, aber große Fürsorglichkeit gegenüber Kindern.

Morgen bewegen wir uns schon Richtung Laos. Da wir die Strecke nicht in einer Tour machen wollen, legen wir eine Zwischenstation in der thailändischen Provinz ein. Unser Zug hält in Surin, das in keinem Reiseführer erwähnt wird.

 

Ein Kommentar zu “Bangkok”

  1. Carl-Ronald Rasmussen sagt:

    Sehr interessant. Ich verfolge das ganze auf Google-Maps und habe Surin wohl gefunden und mir auch von oben angesehen. Ich sage einfach nicht mehr, dass ich Euch beneide. Gruß Ronald

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