Saigon, Vietnam: Vietnam oder Laos?

In welchem Land hat es uns nun besser gefallen? Die Antwort ist eindeutig.

Und lautet “Laos”. Das ist ein ruhiges, friedliches Land mit wunderschöner Landschaft. Die Menschen sind geschäftig, aber keine Geschäftemacher. Die Hunde sind die allerfriedlichsten der Welt, und die Kühe ruhen auf den Hauptstraßen. Wenn ich nicht abgedroschene Sätze vermieden wollte, dann würde ich vielleicht schreiben “Dem Land wohnt noch ein Zauber inne”. Ich zögere auch, das mit Religion in Verbindung zu bringen … Jedenfalls ist Religiösität noch sehr viel deutlicher spürbar als in Vietnam.

Womit wir beim zweiten Land unserer Reise wären. Auch Vietnam löst bei nicht wenigen im Westen ein Gefühl der Sehnsucht aus. Wer das hat und dann hinfährt, wird nach der Reise wahrscheinlich ernüchtert sein. Ich will das Land nicht schlecht machen. Wir haben auch hier viel Herzlichkeit gespürt, selbst in den Touristenzentren, erst recht abseits davon. Aber uns auch allzu oft nur als Objekt geschäftlicher Gier empfunden. Und das kann ich auch nicht mit dem Gegensatz “reiche Westler” versus “arme Vietnamesen”erklären. Land und Leute scheinen in einem überdrehten Kapitalismus gefangen, der alles deformiert.

Saigon Dachterrasse Hotel

Mein Urteil fällt vielleicht auch deshalb so hart aus, weil wir gestern, am Mittwoch, in Saigon Nicky und Thorsten wieder getroffen haben. Die beiden kannten wir ja von unserem Aufenthalt auf der Insel Quan Lan, ziemlich am Anfang unserer Vietnam-Tour. Auf der Dachterrasse des Hotels, mit Blick auf die Skyline von Ho-Chi-Minh-Stadt, erzählen wir uns gegenseitig unsere Reiseerfahrungen.

Für die vielgereiste Nicky war Vietnam das Traumland, wohin sie schon seit vielen Jahren unbedingt reisen wollte. Jetzt sagt sie: “Vietnam muss ich kein zweites Mal haben!” Und ich berichte von meinem Erlebnis kurz zuvor im Café. Dort hat sich einer von hinten an mich rangeschlichen und mir ungefragt Nacken und Schultern angefangen zu massieren. “Good massage 400.000 Dong”, hat der unverschämte Grabscher nachgeschickt.

Und während ich das so schreibe, kommen mir Bedenken, dass das alles viel zu einseitig rüberkommt. Nehmt es als unzulänglichen Versuch, meine momentane Stimmung zu beschreiben.

Eigentlich sollten wir eh nach vorne blicken. Am Freitag hebt “Jetstar Asia Airways” mit uns ab nach Denpassar, Bali.

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